Freiraum

Unter 16 Feldern darf dieses eine frei bleiben, für das was eventuell gerade entsteht – als Thema, als Arbeitsfeld, als Zielgruppe, …

Die Gestalttherapeuten in meinem Netzwerk (Claudia Fleck, Luitgard Gasser und Rainer Pieritz) haben mich auf den achtsamen Umgang mit dem „Freiraum“ und dem Hier und Jetzt aufmerksam gemacht (ihre spezifischen Ideen sind in den Kommentaren beschrieben).

Im Moment ist es die Initiative „#wirsindmehr“: Als Enkelkind und Tochter in einer Flüchtlingsfamilie des 2. Weltkrieges bin ich dankbar für die Aufnahme damals – und positioniere mich gegen rechtspopulistische Bewegungen in unserer Gesellschaft.

Aus meiner Qualitätsmanagement- und Change-Management-Perspektive heraus, weiss ich, dass nichts so beständig ist wie der Wandel. Und mit meiner Ursprungsdisziplin der Erwachsenenbildung glaube ich optimistisch an die lebenslange Lernfähigkeit – aller Menschen.

4 Gedanken zu “Freiraum

  1. „Leben und Raum“ von Luitgard Gasser hat seit letzter Woche eine neue Homepage – sehr schön gelungen, finde ich. Und durch das Blog-Format auch endlich eine Möglichkeit für die vielen Texte, die Luitgard produziert (hat). Ich kann das schmökern empfehlen.

  2. Der Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht …

    Meine geschätzte Kollegin Claudia Fleck, mit der ich 3 Jahre als interne Prozessbegleiterin zusammenarbeitete, hatte ihre eigene Homepage gestaltet und darauf dieses wundervolle Rilke-Zitat, dass ich einfach nochmal hier aufgreifen „muss“ (denn ich bin immer wieder versucht, am Grashalm zu ziehen):

    Man muss den Dingen die eigene, stille
    ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt
    und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann,
    alles ist austragen und dann gebären …

    … man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen,
    und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben.
    Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
    ohne es zu merken, eines fremden Tages
    in die Antworten hinein.

    (Ich bin unendlich traurig, dass Claudia gestorben ist – heute am 12.07.2012 wurde sie beerdigt – ich hätte sie mir noch mindestens weitere 50 Jahre als Sparrings-Partnerin gewünscht!)

  3. Wo bin ich zuhause?

    Luitgard Gasser hat in Aachen ihre gestalttherapeutische Praxis und hält immer mal wieder Vorträge zu weiblichen Lebensräumen. Diesen Monat war sie in Mönchengladbach zur Auftaktveranstaltung der FrauenAktionsTage und sprach über „Wo bin ich zuhause? Lebensräume – Lebensträume“.

    Aufgrund ihrer Ursprungsdisziplin, der Architektur, kann Luitgard Gasser über das Zuhause als schützenden Ort sprechen. Ein Raum, der in der globalen Welt sehr unterschiedlich aussehen kann – je nach Ressourcen. Und das persönliche zuhause ist gleichzeitig ein gesellschaftliches, das von uns allen verantwortlich „gebaut“ sein sollte.
    Als Gestalttherapeutin spricht sie über das zuhause in einem selbst (in Körper, Geist und Seele). Sie weist darauf hin, dass dieser innere und äußere Raum sich gegenseitig bedingen: „Veränderungen im inneren Haus beeinflussen das äußere Haus und umgekehrt“.
    Lebensträume als positive, kreative Kraft, die Hoffnung geben, sind das eine Ende einer Skala von Handlungsmöglichkeiten. Resignation aufgrund von Wohnungslosigkeit z.B. das andere Ende.

    Das gilt erstmal für alle von uns – und für Frauen kann man es dann noch spezifischer betrachten: Wann, wo und wie gestalten Frauen sich selbstbewusst und selbstbestimmt ihre Räume/ ihr zuhause? Falls notwendig auch aggressiv (ein Verhalten, dass Frauen seltener und/oder anders zeigen als Männer).

    „Die Antwort auf die Frage „wo bin ich zuhause?“ lautet: dort, wo ich mich wertgeschätzt, geliebt, unterstützt fühle, mich als Frau frei äußern und bewegen kann.“

  4. Einsteigen in den Zwischenraum

    Versöhnung mit sich selbst in einer hektischen Welt? Wie könnte das gehen?

    Mit der Idee von Rainer Pieritz zum sog. „Zwischenraum“ ist eine versöhnliche Annäherung an das Gefühl des ständigen Hin- und Hergerissenseins möglich.

    Immer wieder „muss man sich entscheiden“ zwischen den unterschiedlichsten Möglichkeiten, die das Leben heutzutage bietet. Dabei will man manchmal gar keine Entscheidung treffen sondern „alles haben“. Das wird möglich – zwar nicht zur gleichen Zeit – aber mit einer bewußten Umentscheidung – nacheinander. Mit dem Gedankenmodell des Zwischenraums kann ein „sowohl als auch“ umsetzbar werden. Allerdings nicht ohne Preis: Das Aufspannen eines Zwischenraumes kostet Zeit.

    Die Kunst ist, sich der diametralen Pole bewusst zu werden, innezuhalten und beim Übergang vom einen zum anderen, eine Atempause einzulegen. Zum Beispiel in Bus und Bahn auf der Reise von einem Ort zum anderen oder auf dem Weg zwischen zwei Terminen, oder, oder, oder…

    Vorstellbar? Oder eine zu abgefahrene Idee? Ich freue mich über Kommentare!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s